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Klimagerechte Hochschule?!

Am Wochenende traf sich das ‚Netzwerk Klimagerechte Hochschule’. Ort war die Zolle 11 in Leipzig. Dabei waren auch Vertreter_innen der Grünen Hochschulgruppe Bochum. Darunter auch der Verfasser des Textes. 

Das Netzwerk ist ein – mehr oder weniger – loser Zusammenschluss von einzelnen Studierenden, einzelnen (eher links-grün-alternativen) AStAen und diversen Studierendengruppen (z.B. von Grünen Hochschulgruppen, Greening University, UniSolar etc.). Ziel des Netzwerkes ist es das Thema ‚Klimaschutz’ in seinen Schattierungen an die Hochschule zu bringen. Zwei Säulen sind dabei zu unterscheiden

1.) Klimaschutz physisch an die Hochschule bringen. D.h. mit direkten Verbesserungen an der Uni (z.B. Solardächer an Unis wie es UniSolar verfolgt)

2.) Klimaschutz ideell an die Hochschule bringen. D.h. das Thema Klimaschutz in der Lehre und der  Forschung geschickt einzubauen. (z.B. in der Lehrer_innenausbildung und somit Ausbildung von Multiplikatoren)

Das Programm des Treffens war stramm.

Zunächst wurde über die s.g. COPERNICUS-Charta und über EMAS an Hochschulen referiert und diskutiert. Dabei zeigte sich schnell, dass es zum Thema ‚Klimaschutz’ fortschrittliche Universitäten (z.B. Lünneburg), Universitäten die  potemkinsche Dörfen entwerfen und Universitäten die hinter dem Mond leben gibt.

Weiter wurde über ‚Sozial- und umweltverträgliches Essen – Die Leipziger Mensapolicy’ debattiert. Die Studierendenschaft in Leipzig hat Standards für den Betrieb ihrer Mensa entworfen die zu einer klimagerechten Hochschule führen sollen. Kontorvers wurde im Netzwerk diskutiert ob ein reines Bio-Angebot (also ein ganzes Gericht) oder ob das Umstellen zentraler Komponenten aber bei allen Gerichten (z.B. die Kartoffelbeilage) zielführender ist. Einig ist sich das Netzwerk, dass das Studentenwerk als verbündeter gewonnen werden muss. Wobei an einigen Hochschulen Max Webers „dicke Bretter“ zu bohren sind.

Aus Tübingen wurde dem Netzwerk das „Studium Oecologicum“ vorgestellt. Also das einbeziehen der Ökologie in die Lehrpläne. Interessant ist, dass für den Besuch der Veranstaltungsreihe Punkte (ECTS) vergeben werden. D.h. Studierende teile ihrer Studienleistungen erbringen können. Sehr negativ wird gesehen, dass dieses zusätzliche Angebot aus Studiengebühren bereitgestellt wird.

Ein Vertreter der Uni Lüneburg referierte sehr engagiert über das Projekt ‚Leitfaden für Lüneburger Studierende’. Ein kleines Heftchen mit nützlichen Tipps und Tricks für Studierende die klimabewusst leben möchten. Von Studierende für Studierende! Nachahmer gibt es schon (Jena, Würzburg,).

Sehr interessant war der Vortrag über UniSolar. Hierbei engagieren sich Studierende um Flächen an der Uni für Sonnenenergie zu nutzen. Dabei soll das nötige Kapital für Photovoltaik-Anlagen durch Kleinstbeteiligungen der örtlichen Studierenden aufgebracht werden. Neuestes Projekt ist eine Anlage in Potsdam.

Weitere Punkte der Tagesordnung waren: Strategien für den Wechsel von Studierenden zu Öko-Stromanbietern, Vergaberecht bei öffentlichen Ausschreibungen und kleinere Workshops.

Grundsätzlich war die Tagung sehr erfolgreich. Nötige Impulse wurden gegeben. Jetzt entscheidet die Umsetzung vor Ort.

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Im Galopp am Ziel vorbei

Pressemitteilung von CampusGrün (Dachverband der grünen-alternativen Hochschulgruppen)

Campusgrün enttäuscht von Schavans Bologna-Konferenz – 3. Säule des Hochschulpakts bringt Lehr-Leuchttürme statt bedarfsgerechter Ausfinanzierung – Soziale Dimension, faire Mitbestimmung und gerechte Studienfinanzierung kamen kaum zur Sprache. Mit ihrer sog. „Nationalen Bologna-Konferenz“ hat Frau Schavan heute das Ziel Verbesserungen des Bologna-Prozesses an den Hochschulen zu implementieren, verfehlt: „Konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Studierenden, klare Verantwortlichkeiten und einen verbindlichen Zeitplan sucht man vergeblich“, sagt Patrick Luzina, Sprecher des Bundesvorstands von Campusgrün, zum Ergebnis der Konferenz. Viele Probleme der Studierenden in Deutschland wurden auf Grund der Kürze der Zeit wenn überhaupt nur sehr oberflächlich behandelt. Die im Vorfeld gemeinsam von allen Akteuren erarbeiteten Papiere fanden in der Konferenz kaum Berücksichtigung. „Im Laufe des Arbeitsprozesses sind viele wesentliche Punkte aus der gemeinsamen Vorbereitung einfach unter den Tisch gefallen“, sagt Patrick Luzina. „Von dem von Frau Schavan propagierten ‚Dialog auf Augenhöhe‘ kann jedenfalls nicht die Rede sein“, betont Jennifer Jaros, Bundesschatzmeisterin Campusgrün. Dies zeigt, dass die demokratische Beteiligung der Studierenden noch immer hinter den Forderungen des Bildungsstreiks hinterher hinkt. „Wenn die Landesminister und die Hochschulrektor_innen keine fairen Partizipationsmöglichkeiten für Studierende schaffen, bleibt diesen nur die Möglichkeit, ihren Protest auf die Straße zu tragen, um Gehör zu bekommen.“, fasst Jennifer Jaros zusammen. Auch die von Frau Schavan heute angekündigte dritte Säule des Hochschulpaktes macht wenig Hoffnung. Anstatt einer dringend benötigten bedarfsgerechten Ausfinanzierung der Hochschulen sollen offenbar nur einzelne, „exzellente“ Hochschulen gefördert werden. Ein Tropfen auf den heißen Stein, wie Jennifer Jaros meint: “Wir wollen keine universitären Leuchtturm Landschaften, sondern eine breite Vielfalt an unseren Hochschulen. Dafür brauchen wir eine verlässliche Förderung durch Bund und Länder.“ Ebenfalls enttäuschend ist, dass die Bildungsministerin es versäumt hat, sich deutlich für eine Zukunft der Bildung in Deutschland und damit gegen die hessischen Sparpläne zu positionieren. „Bereits heute ist die finanzielle Situation vieler Hochschulen sehr schlecht.“, sagt Katherina Terbeck, Beisitzerin im Bundesvortand von Campusgrün. So fehlen z.B. an der Philipps-Universität Marburg 3 Mio. EUR jährlich im Haushalt. „Damit lassen sich vernünftige Bedingungen für Lehre und Forschung nicht realisieren“, so Terbeck. „Es ist uns ein Rätsel wo Herr Koch hier überhaupt noch sparen will.“

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