Im Galopp am Ziel vorbei

Pressemitteilung von CampusGrün (Dachverband der grünen-alternativen Hochschulgruppen)

Campusgrün enttäuscht von Schavans Bologna-Konferenz – 3. Säule des Hochschulpakts bringt Lehr-Leuchttürme statt bedarfsgerechter Ausfinanzierung – Soziale Dimension, faire Mitbestimmung und gerechte Studienfinanzierung kamen kaum zur Sprache. Mit ihrer sog. „Nationalen Bologna-Konferenz“ hat Frau Schavan heute das Ziel Verbesserungen des Bologna-Prozesses an den Hochschulen zu implementieren, verfehlt: „Konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Studierenden, klare Verantwortlichkeiten und einen verbindlichen Zeitplan sucht man vergeblich“, sagt Patrick Luzina, Sprecher des Bundesvorstands von Campusgrün, zum Ergebnis der Konferenz. Viele Probleme der Studierenden in Deutschland wurden auf Grund der Kürze der Zeit wenn überhaupt nur sehr oberflächlich behandelt. Die im Vorfeld gemeinsam von allen Akteuren erarbeiteten Papiere fanden in der Konferenz kaum Berücksichtigung. „Im Laufe des Arbeitsprozesses sind viele wesentliche Punkte aus der gemeinsamen Vorbereitung einfach unter den Tisch gefallen“, sagt Patrick Luzina. „Von dem von Frau Schavan propagierten ‚Dialog auf Augenhöhe‘ kann jedenfalls nicht die Rede sein“, betont Jennifer Jaros, Bundesschatzmeisterin Campusgrün. Dies zeigt, dass die demokratische Beteiligung der Studierenden noch immer hinter den Forderungen des Bildungsstreiks hinterher hinkt. „Wenn die Landesminister und die Hochschulrektor_innen keine fairen Partizipationsmöglichkeiten für Studierende schaffen, bleibt diesen nur die Möglichkeit, ihren Protest auf die Straße zu tragen, um Gehör zu bekommen.“, fasst Jennifer Jaros zusammen. Auch die von Frau Schavan heute angekündigte dritte Säule des Hochschulpaktes macht wenig Hoffnung. Anstatt einer dringend benötigten bedarfsgerechten Ausfinanzierung der Hochschulen sollen offenbar nur einzelne, „exzellente“ Hochschulen gefördert werden. Ein Tropfen auf den heißen Stein, wie Jennifer Jaros meint: “Wir wollen keine universitären Leuchtturm Landschaften, sondern eine breite Vielfalt an unseren Hochschulen. Dafür brauchen wir eine verlässliche Förderung durch Bund und Länder.“ Ebenfalls enttäuschend ist, dass die Bildungsministerin es versäumt hat, sich deutlich für eine Zukunft der Bildung in Deutschland und damit gegen die hessischen Sparpläne zu positionieren. „Bereits heute ist die finanzielle Situation vieler Hochschulen sehr schlecht.“, sagt Katherina Terbeck, Beisitzerin im Bundesvortand von Campusgrün. So fehlen z.B. an der Philipps-Universität Marburg 3 Mio. EUR jährlich im Haushalt. „Damit lassen sich vernünftige Bedingungen für Lehre und Forschung nicht realisieren“, so Terbeck. „Es ist uns ein Rätsel wo Herr Koch hier überhaupt noch sparen will.“

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Eingeordnet unter CampusGrün, GHG Bochum, Hochschulpolitik

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